
Der Wedding ist nicht nur mein Wahlkreis, er ist „mein“ Kiez! Ich kenne ihn seit Kindheitstagen und liebe ihn.
An dieser Stelle möchte ich auf einige Orte eingehen, die in den letzten Jahren bei meiner Arbeits als Bezirksverordnete besonders im Fokus standen – und die mir wichtig sind!
Rehberge
Einst Dünenlandschaft, dann Drehort für frühe Western und eine Szene aus Metropolis, Schießübungsplatz der Reichswehr und seit 100 Jahren Erholungsort mit viel Natur, Sport (diesen Winter endlich Mal wieder gerodelt!), Sommerkino und Gastronomie in der Schatulle. Das ist einzigartig! Die Sanierung des „Entenpfuhls“ hat gezeigt, wie ökologische Weiterentwicklung und ein attraktiver Park Hand in Hand gehen können. Dazu tragen hoffentlich bald auch die sozialen, kulturellen und gastronomischen Angebote im ehemaligen Parkcafé bei (siehe Artikel „Parkcafé Rehberge: Jetzt soll der Vertrag wirklich kommen“ auf weddingweiser.de).
Vielen, vielen Dank liebe Initiative, dass ihr euch so engagiert und hartnäckig dafür einsetzt, diesen einst so beliebten Ort zu erhalten und wiederzubeleben.
Eine neue, tolle Attraktion sind die Schafe in den Rehbergen, die für eine naturnahe Beweidung der Grasflächen im Park sorgen.
So geht moderne Landschaftspflege!
Aber in den vielen Tiergehegen sollen nicht nur Schafe stehen! Auf meine Initiative in der BVV wird geprüft, ob dort in Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen ein Gnadenhof für Tiere eingerichtet werden kann.
Denn: Auch Tiere haben einen Anspruch auf ein würdiges Alter.
Zentraler Festplatz
Frühlingsfeste, Sommerfeste, Herbstfeste, Karussells und Schießbuden – all das macht viel Spaß. Aber wichtiger für mich ist, dass dort Wohnungen gebaut werden.
Bis zu 20.000 Menschen könnten dort direkt am Park ein neues Zuhause finden.
Ich finde es daher unverantwortlich, dass Baustadtrat Gothe den Pachtvertrag mit den Schaustellern ohne Abstimmung der BVV und für wenig Geld bis in die 30er verlängert hat.
Wir Grünen und ich ganz besonders werden uns im Abgeordnetenhaus und in der BVV dafür einsetzen, dass dort endlich bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Insbesondere für Familien!
Anna-Lindh-Grundschule
Geht ihr Kind in die Anna-Lindh-Grundschule?
Dann wissen Sie ja, welche für Kinder, Eltern und Lehrkräfte unzumutbaren Dramen sich in den letzten Jahren um die Schule abgespielt haben. Schimmelbefall, Schimmelbeseitigung, erneuter Schimmelbefall, Teilsperrung und dann Umzug und tägliche Busfahrten im Bezirk zum teuer angemieteten Ersatzgebäude am Saatwinkler Damm in Charlottenburg.
Doch seit eineinhalb Jahren sind die Kinder endlich in einer nigelnagelneuen Schule in der Reinickendorfer Straße angekommen – mit direktem Anschluss an ein Schulumweltzentrum, gegenüber vom Schwimmbad Seestraße. Ende gut, alles gut?
Nicht ganz: die Kosten für das angemietete Gebäude im Saatwinkler Damm wurden und werden trotz vorheriger Zusage nur teilweise vom Senat übernommen und belasten den Bezirkshaushalt schwer.
Und die marode Schule?
Sie wird keineswegs abgerissen, sondern soll trotz der vielen negativen Erfahrungen kostspielig saniert und zur Oberschule erweitert werden. Kosten: 50 Mio. Euro, teurer als Neubau bei gleichzeitiger Ungewissheit, ob der Schimmel auch erfolgreich beseitigt ist.
Bauzeit 10 Jahre.
Im Abgeordnetenhaus werde ich diesen Irrsinn hinterfragen. Wir brauchen jetzt Plätze an Oberschulen und nicht erst in zehn Jahren!
Wie kann es sein, dass die Denkmalschutzbehörde in Berlin nie Kompromisse sucht, sondern alleiniges Vetorecht hat?!? Das Kindeswohl, gute Bildung und Wirtschaftlichkeit nachrangig behandelt werden?!?
Ich möchte mich auf Landesebene dafür einsetzen, dass der Denkmalschutz in Berlin endlich reformiert wird!
Seniorenfreizeitstätte Otawistraße
Die Seniorenfreizeitstätte in der Otawistraße wird saniert. Das ist gut!
Gar nicht gut ist, dass die Begegnungsstätte geschlossen wurde, ohne die Betroffenen umfassend zu informieren und vor allem ohne einen, wenn auch provisorischen, Ersatzort zur Verfügung zu stellen.
So etwas zerstört wichtiger soziale Strukturen!
Denn Sanierungen – insbesondere die im Land Berlin – dauern … und sind unfassbar teuer. Je nachdem, welche Fläche man zugrunde legt, kostet die Sanierung zwischen 4.000 und 7.000 Euro pro Quadratmeter.
Für weniger Geld hätte man ein neues Gebäude errichten können, das den Bedürfnissen der Nachbarschaft und vor allem älteren Menschen besser gerecht wird als das verwinkelte Gebäude aus den 60er Jahren.
Vor allem ärgert mich, dass das Sozialamt und das Jugendamt bei der Nutzung der vorhandenen und besonders beim Bau neuer Infrastruktur (auch die nicht weit von der Otawistraße entfernte Jugendfreizeiteinrichtung in der Edinburgher Straße wird für viele Millionen Euro neu gebaut) nicht besser kooperieren.
Die gemeinsame Nutzung von Gebäuden durch junge und alte Menschen lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Tagesstrukturen (Ältere Vormittags und danach, am frühen Nachmittag, jüngere Menschen) gut organisieren. Wir brauchen Begegnungsorte von jungen und alten Menschen und damit mehr Miteinander zwischen den Generationen.
Plötzensee
Seit ungefähr 50.000 Jahren liegt der Plötzensee in den Rehbergen – aber so sehr wie aktuell wurde wohl noch nie um ihn gestritten.
Mein Ziel: Naherholung und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Denn Natur- und Tierschutz im Landschaftsschutzgebiet auf der einen und Badefreude auf der anderen Seite schließen sich nicht aus – wenn Rücksicht genommen wird.
Am Steingarten gibt es dank neuer Schutzmaßnahmen für die Ufervegetation nun eine auch offiziell geduldete Badestelle ohne Eintritt. Den Vandalismus gegen die Natur und Zäune, die sie schützen, finde ich zum Kotzen und er muss auch mit polizeilichen Mitteln unterbunden werden.
Das Strandbad hat zwar als Eventbad tolle und vielfältige Angebote – allerdings derzeit zu Preisen, die sich viele in unserem Wedding nicht leisten können. Dies möchte ich, als Abgeordnete im Abgeordnetenhaus, verändern. Die Bäderbetriebe und damit das Land Berlin dürfen die Betreiber nicht länger mit den Kosten für die teure Sanierung und Unterhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes alleinlassen. Auch bei der Einführung eines elektronischen Ticketsystems ohne lange Schlangen braucht der Betreiber Hilfe der Bäderbetriebe. Nur so kann das beliebte und günstige Kurzzeitticket wieder eingeführt werden.
Mein Tipp bis dahin: Unterstützen Sie die ansässigen Schwimmvereine und genießen Sie dadurch ganzjährig kostenfreien Zugang. Meine Recherche hat ergeben – der günstigste Verein ist dort aktuell der PSV Delphin mit 8€/Monat für Kinder und 10,50€ für Erwachsene.
Fischerpinte am Plötzesee
Die durch den Tod des ehemaligen Betreibers verwaiste Fischer-Pinte will ich erhalten – ohne das empfindliche Gleichgewicht des Sees zu gefährden. Was dort zukünftig angeboten werden soll, darüber sollen die Menschen aus dem Wedding mitentscheiden können.
SUZ
Waren Sie schon einmal im Schulumweltzentrum, kurz SUZ?
Das ist doch nur für Schülerinnen und Schüler?
Keineswegs!
Zwar richten sich die drei (!) Standorte im Bezirk mit ihren vielen Angeboten zum praktischen Gärtnern und naturnahen Bildungsangeboten vor allem an die Schulen. Aber gerade Berlins größtes SUZ an der Scharnweberstraße bietet auch für die Nachbarschaft ruhige Plätze im Grünen und manche Gelegenheit, sein Garten- und Naturwissen auszubauen oder praktisch zu erweitern.
Dass das SUZ so gut dasteht, ist einer meiner größten Erfolge. Von der barrierefreien Toilette über eine im Stellenplan fest verankerte zusätzliche Gärtner:innenstelle bis zur Nutzung von erheblichen Fördermitteln bspw. für eine Außenküche, habe ich dafür gesorgt, dass das SUZ im Haushalt und beim zuständigen Schulamt den Stellenwert bekommen, den es verdient: eine unverzichtbare Perle in Mittes Bildungs- und Naturlandschaft.
Erika-Mann-Grundschule
Wenn es in einer Schule brennt, ist es das Wichtigste, dass niemand zu Schaden kommt.
Das zweitwichtigste ist, dass der Schaden schnell behoben wird, denn Lehrkräfte und Kinder sind auf funktionsfähige Räume angewiesen – egal, ob beim Lernen, Sport oder Essen.
Das hat bisher leider gar nicht geklappt, weil die Bauabteilung und Baustadtrat Gothe die falschen Prioritäten gesetzt haben: Die wollte den Brand zum Anlass für eine Generalsanierung nehmen – Fertigstellung ca. 2035.
Währenddessen aßen die Kinder auf Treppen mit Fertiggeschirr oder mussten über die gefährliche Müllerstraße in die Rathauskantine, Sport und teilweise auch normaler Unterricht waren kaum möglich. Ich habe mich mit ganzer Kraft für eine schnelle und ggf. in Teilen auch provisorische Instandsetzung der Schule nach dem Brand eingesetzt und bin immer noch entsetzt wie lange und wie unsensibel die bezirkliche Bauabteilung die elementarsten Bedürfnisse der Kinder ignoriert.
Schillerpark und Bastion
Der Schillerpark ist toll! Die Plansche im Schillerpark ist toll und gerade in den immer heißer werdenden Sommern soooooo wichtig für alle, die auch in den Sommerferien in Berlin bleiben.
Und endlich wird auch begonnen, die „Schillerbastion“ zu sanieren, unsere „Burganlage“ mitten in Berlin. Ich bin gespannt, wie sie nach der Sanierung aussieht und was man dann dort alles entdecken kann.
Centre Francais
Es ist nun schon ein halbes Leben her, dass französische Soldaten im Wedding zum ganz normalen Alltag gehörten. Geblieben ist das Centre Français mit all seinen Angeboten rund um die deutsch-französische Freundschaft.
Ich freue mich, dass das Centre endlich saniert und so von seinen horrenden Energiekosten befreit wird. Mitten drin, eine echte Kino-Perle – das Citykino Wedding mit seinem tollen Programm und immer auch wieder kostenlosen Kinoangeboten nicht nur für ältere Menschen.
Der Parkplatz an der Seite des Centres wird als Ausgleich für das Besucherzentrum am Bundestag bald entsiegelt. Das freut mich sehr, denn das ist eine tolle Ergänzung für das „Urban Gardening“ hinter dem jetzigen Parkplatz, das rege genutzt wird und in dem ja vielleicht auch Sie schon eigene Tomaten und Kräuter geerntet haben.
Gedenkort/ Stele Afrikanisches Viertel
Um die Straßenumbenennungen im Afrikanischen Viertel gab es heftige Diskussionen und auch ich kenne noch die alten Namen, mit denen ich groß geworden bin. Als Kind fragte ich mich bspw. warum der „Nachtigalplatz“ falsch geschrieben sei – da ich nur den Vogel kannte und vom Kolonialismus erst später erfuhr.
Ich weiß, dass es Anwohnerinnen und Anwohner gibt, die ihre Bedürfnisse trotz der zahlreichen Informations- und Beteiligungsveranstaltungen nicht ausreichend berücksichtigt gesehen haben. Für mich ist es aber richtig, dass wir uns mit der, auch für mich lange weitgehend unbekannten, Kolonialgeschichte unseres Landes beschäftigen und Menschen, die gegen alle humanitären Prinzipien verstoßen haben, nicht mit Straßennamen ehren.
Ich will dafür sorgen, dass die interessanten Führungen durch unser afrikanisches Viertel so durchgeführt werden, dass auch ältere Menschen daran problemlos teilnehmen können – denn kaum etwas ist spannender als die Geschichte unserer Stadt.
Schwimmbad Seestraße
Manchmal haben – zum Glück! – andere Menschen Ideen, auf die man selbst nie gekommen wäre. Eine war, das Außenbecken der Schwimmhalle an der Seestraße mit einem Tragluftdach zu versehen, so können die Außenbecken auch in der kalten Jahreszeit genutzt werden. Denn das Schwimmbad ist eine Perle und wir haben viel zu wenig Schwimmflächen.
Immer mehr Menschen können nicht schwimmen. Mir ist es daher wichtig, dass der Schwimmunterricht in der 3. Klasse auch für die Schulen angeboten wird, die nicht direkt neben einer Schwimmhalle liegen und mit dem Bus dort hingefahren werden müssen. Wie wichtig es ist, die Verwaltung ganz genau zu kontrollieren, habe ich als Bezirksverordnete bei dem Thema auch gelernt. Das Schul- und Sportamt wollte für den „Schwimmbus“ über eine Million Euro ausgeben! Durch die Akteneinsicht und die von mir initiierte Debatte habe ich erreicht, dass die Kosten auf ein Drittel gesenkt wurden – denn viele Wege zu Schwimmhalle waren zu Fuß oder mit der BVG genauso schnell wie mit dem privaten Busunternehmen zu bewältigen.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – gerade in der Politik!